Ostfriesische Nachrichten vom 8. März 2016



 

Ziel: Neue Besuchergruppen gewinnen

 

Neuer Vorsitzender des Fördervereins des Historischen Museums will mehr Schüler in die Ausstellung locken

 

 

 

von Karin Baumann

Immerhin Schuhgröße 50 hat der neue Vorsitzende des Fördervereins des Historischen Museums Aurich. Dennoch sagte Alexander Wiebel nach seiner Wahl am vergangenen Montag, dass er hoffe, die Fußstapfen seiner Vorgängerinnen Helga Oldermann und Dr. Hedwig Hangen ausfüllen zu können. Die beiden Frauen sind nach jahrelanger Vorstandsarbeit nicht wieder angetreten.

Der Lehrer an der IGS Aurich West ist erst seit Kurzem im Förderverein. Er hat bereits Lehrmaterial zu Ausstellungsstücken des Museums für seine Schüler erstellt. Im Museum könnten sie, lernen, anhand von Sachquellen genau hinzuschauen und sich nichts vormachen zu lassen. Das Museum könne die Fantasie anregen und Menschen überraschen, sagte Wiebel. Er wolle als Vorsitzender des Unterstützerkreises des Museums dafür sorgen, dass sich die Mitglieder gut einbringen können, die hauptamtlichen Kräfte des Museums entlastet werden und der Kontakt zu Schulen sich intensiviert. Wiebel zur Seite stehen Kirsten Hoffmann als Stellvertreterin, Ingrid Völker weiterhin als Kassiererin sowie Dr. Wolfgang Henninger und Pauline Wilhelm.

Mehr mit Schulen in Kontakt zu kommen ist eines der Ziele des Museums. Das gesetzte Ziel bei den Besucherzahlen von 9000 Nutzern wurde im vergangenen, Jahr um rund 1700 verfehlt, berichtete Museumsleiterin Brigitte Junge. Mit der Erhöhung der Eintrittspreise auch für Kinder ist Junge nicht zufrieden. „Dass Kinder nun zwei Eurozahlen sollen, ist für mich besonders schmerzlich", so Junge. Doch die Vorgaben seien von der Stadt Aurich als Museumsträger gekommen.

„Leider wurden auch wir ausgeguckt, um den Etat um zehn Prozent zu reduzieren", so Junge. Dieses Geld könne man nur bei besonderen Investitionen oder im laufenden Betrieb einsparen. „Es ist also deutlich, wie wichtig die Rückendeckung durch den Museumsverein ist", sagte Junge.

Die rund 190 Mitglieder ermöglichten im vergangenen Jahr unter anderem, dass das Museum sein 30-jähriges Jubiläum feierte. Vereinsmitglieder kümmern sich zudem ehrenamtlich um die Pflege der Textilexponate.

Das Museum will seine Magazinierung und Bestandspfege verbessern. Dazu gibt es eine Mitarbeiterin auf Honorarbasis. Junge plant zudem mit am Zentralmagazin für ostfriesische Kulturgüter. Parallel laufen bereits die Vorarbeiten für zwei Ausstellungen im kommenden Jahr. Dabei soll es laut Junge um die Ankunft von Flüchtlingen in Ostfriesland und das Thema „Unnerwegens in Ostfreesland" gehen. Die Arbeit mit Schülern soll sich künftig auf Ferienzeiten konzentrieren, weil Schüler neben der Schule kaum noch, Zeit hätten, so Junge.